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One Spirit machte vor mehr als 20 Jahren den ersten Schritt mit einem Programm zur Lebensmittelverteilung. Die Lage war katastrophal: Die Arbeitslosenquote lag bei fast 90 %, und bei den über 40-Jährigen erreichte die Diabetes-Rate beinahe 50 %. Noch vor 20 Jahren lag die Lebenserwartung bei unter 50 Jahren.

Doch diese Statistiken werden der Realität, der sich die Lakota von Pine Ridge stellen müssen, kaum gerecht. Von Anfang an haben wir partnerschaftlich mit den Lakota zusammengearbeitet, um das jahrelange Unrecht wiedergutzumachen, das zu ihrer heutigen Lebenssituation geführt hat.

Lebensmittelboxen

Unsere ursprüngliche Hilfe - Lebensmittelboxen


Im Jahr 2005 erkannten wir eine dringende Notlage und taten unser Möglichstes, um zu helfen. Auch heute ist die Situation nach wie vor gravierend. Studien belegen, dass das Pine-Ridge-Reservat, abgesehen von Haiti, die ärmste Region der westlichen Hemisphäre ist. Zwar sind Fortschritte zu verzeichnen – laut der jüngsten Volkszählung ist die Lebenserwartung in Pine Ridge auf 66 Jahre gestiegen –, doch bleibt sie die niedrigste im ganzen Land. Ernährungsbedingte Krankheiten treten weiterhin in alarmierendem Ausmaß auf: Mehr als 50 % der über 40-Jährigen leiden an Diabetes und Amputationen werden hier häufiger durchgeführt als an jedem anderen Ort der USA.


ZucchinipflanzenMit der Zeit veränderte sich auch unsere Denkweise. Als die Warteschlangen vor den Lebensmittelausgabestellen über die Jahre nicht kürzer wurden, erkannten wir, dass wir nachhaltige Lösungen brauchten, denn die Notfallversorgung mit Lebensmitteln allein garantiert keinen dauerhaften Wandel. Obwohl die Lebensmittelausgabestellen weiterhin unerlässlich sind, um jeden Monat Tausende von Lakota zu ernähren, hat sich unser Ziel verschoben. Indem wir nachhaltige Lösungen anbieten – wie die Wiederansiedlung der Büffelherden und die Anlage regenerativer Gärten im gesamten Reservat – helfen wir den Lakota, die Notfallversorgung mit Lebensmitteln eines Tages nicht mehr in Anspruch nehmen zu müssen.

Dies kann erst geschehen, wenn der Kreislauf der Lakota-Selbstversorgung, der Ernährungssouveränität und der gemeinschaftlichen Reinvestition wiederhergestellt ist. Bis dahin stehen unsere Lebensmittelausgaben allen bedürftigen Familien, Älteren und Kindern offen. 

Die Realität vor Ort: Leere Regale und Budgetkürzungen


Die Stellung zu halten, erfordert die Bewältigung enormer Herausforderungen. Der Andrang auf unsere Ausgabestellen ist unaufhörlich und die Vorräte sind schnell aufgebraucht. Penny Wolters, Leiterin der Ausgabestelle in Manderson, schildert die schwierige Realität der Rationierung: „Wenn wir Lebensmittel ausgeben und die Bestände knapp werden, geben wir einfach etwas weniger ab ... Eine Familie bekommt dann vielleicht zwei Hamburger statt vier.“


Darüber hinaus ist unser System Einflüssen ausgesetzt, über die wir keine Kontrolle haben. Kürzlich waren wichtige Partner im Bereich der Ernährungssicherung, wie etwa „Feeding South Dakota“ (FSD), von drastischen Kürzungen im Bundeshaushalt betroffen. Infolgedessen verlor FSD den Zugang zu Programmen der Lebensmittel-Nothilfe, was zu höheren Kosten und einem eingeschränkten Zugang zu gesünderen Lebensmitteln führte. Auch die Lebensmittelgeschäfte schränkten aufgrund der Inflation ihre Einkäufe ein und verfügten über weniger überschüssige Lebensmittel. Innerhalb kürzester Zeit schrumpfte das Angebot an verfügbaren Produkten bei FSD von ursprünglich elf Seiten mit jeweils 25 Einträgen auf nur noch zwei bis zweieinhalb Seiten.

Schlachthaus mit Anbau


„Der Präsident hat alle Bundesstaaten getroffen und ihnen die Bundesmittel für die Unterstützung der Bevölkerung entzogen – und ‚Feeding South Dakota‘ war eine der betroffenen Organisationen“, merkte Penny an und erinnerte sich an eine Krise, die es ihnen von August bis Dezember unmöglich machte, Lebensmittel zu bestellen. 

Wenn externe Systeme versagen, leidet die Gemeinschaft. 

Genau deshalb gehen in unseren Vorratskammern bereits die Saat der Souveränität auf. Anstatt uns ausschließlich auf externe Organisationen zu verlassen, vernetzen wir unsere Programme miteinander. Einen Großteil des Proteins beziehen wir inzwischen direkt aus unserer von Indigenen selbst geführten Büffelschlachthaus. „Sie haben uns zwei große Säcke Büffel- und zwei große Säcke Rindfleisch gegeben und das war großartig. Die Leute haben es geliebt!“, erzählte Penny.


Dies sind die ersten Schritte zur Wiederherstellung eines Kreises, der vor fast 200 Jahren zerbrach, als die Reservate eingerichtet und die amerikanischen Ureinwohner zwangsumgesiedelt wurden. Damals verteilte das staatliche Versorgungsprogramm erstmals stark verarbeitete, zuckerreiche Konserven mit Fertiggerichten – ein wesentlicher Faktor für jene ernährungsbedingten Krankheiten, die die Lebenserwartung der Lakota massiv beeinträchtigt haben und immer noch beeinträchtigen.


Das Angebot an Lebensmitteln hat sich in den letzten Jahren verbessert, doch sowohl die regulären Lebensmittelhilfen als auch das EBT-Programm (electronic benefit program = elektronisches Hilfsprogramm) stellen nur Vorräte für einen kurzen Zeitraum bereit. Diese sind meist nach etwa zwei Wochen aufgebraucht, sodass noch zwei weitere Wochen verbleiben, bis das nächste Guthaben gutgeschrieben wird. 

Während dieser zwei Wochen sehen wir lange Schlangen von Menschen vor den Ausgabestellen.


Jeden Monat am 9. öffnen die Lebensmittelgeschäfte um Mitternacht ihre Türen, um den dringenden Bedarf zu decken. Die EBT-Karten werden von staatlicher Seite aufgeladen, und lange Schlangen von Lakota-Familien strömen in die Geschäfte. Viele Lakota bezeichnen diese Zeit als „Eat Big Time“ (EBT). 


Die Zukunft sichern: Den Bedarf an Lebensmittel-Notversorgung überwinden


Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, benötigen wir Ihre Unterstützung für die Finanzierung des Ökosystems der Lakota-Ernährungssouveränität. Mit Ihrer Spende an One Spirit decken Sie nicht nur den dringenden, alltäglichen Bedarf, sondern finanzieren auch ein gezieltes Projekt, das unsere Lebensmittelausgabestellen durch nachhaltige, systemische Veränderungen überflüssig machen soll.


Ihre Spende ermöglicht einen zweigleisigen Ansatz:

Heute die Stellung halten: Sie helfen uns, unmittelbare logistische Hürden an unseren Ausgabestellen zu überwinden. Dazu gehört die Finanzierung wichtiger Infrastruktur – etwa des Schotters, der für die sichere Zufahrt von Lieferfahrzeugen zu abgelegenen Verteilorten wie Manderson nötig ist, oder die Anschaffung gewerblicher Tiefkühlanlagen, damit wir frische, gesunde Lebensmittel lagern können, bevor sie verderben. 


Eine souveräne Zukunft aufbauen: Sie investieren direkt in dauerhafte Lösungen, die an der Wurzel des Problems ansetzen. Ihre Unterstützung treibt den Ausbau regenerativer Gärten voran und ermöglicht es dem von Lakota geführten „Buffalo Meathouse“, die laufende Erweiterung abzuschließen. Dadurch entstehen weitere Arbeitsplätze vor Ort und das Lakota-Volk wird zuverlässig mit hochwertigem Protein versorgt, während Fleisch auch außerhalb des Reservats verkauft werden kann.

Wir brauchen Ihre Hilfe, um standzuhalten und den Grundstein für die Zukunft zu legen. 

Wir versorgen nicht nur eine Gemeinschaft mit Lebensmitteln; wir halten die Stellung, während die Lakota eine nachhaltige und selbst-versorgende Zukunft aufbauen. Bitte stehen Sie an unserer Seite. Unterstützen Sie die Bewegung, den Kreis gemeinsam mit den Lakota zu schließen.

 

 


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